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Bevölkerungsentwicklung und Wachstum

In den letzten Jahren hat Ennetbürgen ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum erlebt. Diese rein quantitative Entwicklung der Bevölkerungszahlen bringt Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. Ein anhaltendes Wachstum kann die vorhandene Infrastruktur überlasten und die Lebensqualität beeinträchtigen, wenn nicht sorgfältig geplant und gesteuert wird. Die IG plädiert daher dafür, die Bevölkerungsentwicklung regelmässig zu überprüfen und kritisch zu hinterfragen wie mit einem weiteren Wachstum im Sinne des Dorfes umzugehen ist. Die langfristige Vision eines lebenswerten Dorfs muss bei allen Entscheidungen an erster Stelle stehen.

1. Schule

Das Bildungsangebot ist ein entscheidender Faktor für die Attraktivität eines Dorfes. Die IG fordert eine bedarfsorientierte Schulraumentwicklung, die auf stabile Schülerzahlen setzt, um Investitionen in Ressourcen langfristig finanziell tragbar zu gestalten. Übermässige Kapazitätserweiterungen sind zu vermeiden, da sie bei einem möglichen Rückgang der Schülerzahlen zu langfristigen finanziellen Belastungen der Gemeindefinanzen führen können. Schulstandorte sollen als lebendige Begegnungsorte erhalten und auch für ausserschulische- sowie Vereinsaktivitäten zugänglich gemacht werden.

Der Ausbau von Bildungseinrichtungen stellt ebenfalls eine Herausforderung dar, da er hohe Investitionskosten mit sich bringt und die langfristige Tragbarkeit kritisch betrachtet werden muss. Ein überdimensionierter Ausbau kann nicht nur zu finanziellen Problemen führen, sondern auch die ursprüngliche Nutzung der Umgebung verändern.

2. Wohnen

Eine gesunde Dorfentwicklung erfordert einen ausgewogenen Wohnungsbau. Die IG setzt sich für eine massvolle Wohnraumentwicklung ein, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert und keinen übermässigen Zuzug anzieht. Bezahlbarer Wohnraum für Familien, und Einheimische muss erhalten und gefördert werden. Dabei ist der Fokus auf verdichtetes Bauen zu legen, um den Landverbrauch zu minimieren und die natürlichen Ressourcen zu schonen.

Ein weiteres Wachstum und damit verbundener Infrastrukturausbau, wie neue Wohnquartiere und Erschliessungsstrassen erzeugen mehr Druck auf die Hauptverkehrsachsen, erfordern hohe Investitionen, die langfristig durch die Dorfgemeinschaft getragen werden müssen. Ein unkontrollierter Ausbau kann zudem zur Zersiedelung führen. 

3. Gewerbe

Lokale Gewerbebetriebe sind eine wichtige Säule für Ennetbürgen. Die IG befürwortet die Förderung des ortsansässigen Gewerbes und spricht sich gegen grossflächige Ansiedlungen externer Unternehmen aus, die zu einer Abnahme der lokalen Identität führen könnten. Kleinbetriebe und handwerkliche Unternehmen, die das Dorfleben bereichern und zur Nahversorgung beitragen, sollen bevorzugt gefördert werden. Der Ausbau von Gewerbeflächen im Siedlungsbereich muss jedoch genau abgewogen werden, da er neue Verkehrsströme erzeugt und eine Anpassung der Verkehrsinfrastruktur erforderlich macht. Die Entwicklung ist daher überregional zu betrachten und soll sich an den kantonalen Raumplanung orientieren.

4. Freizeit, Natur und Umwelt

Freizeitangebote und eine intakte Natur sind zentrale Bestandteile eines lebenswerten Dorfes. Die IG Ennetbürgen fordert, bestehende Sport- und Freizeitmöglichkeiten zu stärken und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln, ohne die natürliche Landschaft zu beeinträchtigen. Die Förderung von Vereinen und gemeinnützigen Organisationen, die das soziale Leben bereichern, soll eine hohe Priorität haben.

Gleichzeitig setzt sich die IG für den Schutz und die Bewahrung der natürlichen Umgebung ein. Grünflächen, Wälder und Naherholungsgebiete müssen erhalten bleiben und nachhaltig genutzt werden. 

Ein wachsendes Dorf erfordert mehr Infrastruktur, was zusätzlichen Druck auf die natürlichen Lebensräume ausübt. Strassen, Versorgungsleitungen und Entwässerungssysteme müssen ausgebaut werden, was oft mit Eingriffen in die Natur verbunden ist. Die IG fordert daher, dass solche Massnahmen sorgfältig abgewogen werden, um sicherzustellen, dass der Charakter von Ennetbürgen und seine natürlichen Ressourcen erhalten bleiben.

5. Mobilität

Eine zeitgemässe Mobilitätsplanung ist entscheidend, um den Verkehr in Ennetbürgen zu lenken. Die IG plädiert für den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln und die Förderung des Fuss- und Radverkehrs. Auch sollen Ideen zum Umstieg vom MIV auf den öV gefördert werden sowie attraktivere Angebote für Pendler geschaffen werden. Massnahmen zur Verkehrsberuhigung im Dorfzentrum und der Erhalt von sicheren Schulwegen stehen ebenfalls im Fokus. Grossangelegte Strassenbauprojekte, die zusätzlichen Verkehr anziehen könnten, sind kritisch zu hinterfragen.

Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur stellt nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine ökologische Herausforderung dar. Neue Strassen oder Parkplätze können den Landverbrauch erhöhen und das Dorfklima beeinträchtigen. Daher ist ein sorgsamer Umgang mit der Verkehrsplanung erforderlich, um den Charakter von Ennetbürgen zu bewahren.

Schlussfolgerung: Für ein lebenswertes Ennetbürgen

Die IG Ennetbürgen setzt sich für eine nachhaltige Dorfentwicklung ein, die nicht ein einseitiges quantitatives Wachstum um jeden Preis verfolgt, sondern die langfristigen Auswirkungen auf das Dorfleben berücksichtigt. Unser Ziel ist es, Ennetbürgen als lebenswerten Ort mit einer hohen Standortqualität zu erhalten, der sowohl Natur- als auch Lebensraum für jetzige und zukünftige Generationen bietet. Entscheidungen über Bau- und Infrastrukturprojekte sollen immer im Sinne des Gemeinwohls sowie mit Fokus auf kommende Generationen getroffen werden.